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Sublinguale
spezifische Immuntherapie (SLIT):
Tropfen gegen allergische Beschwerden - einmal am Tag unter
die Zunge. Die Möglichkeit dazu besteht schon länger.
Aber jetzt wird die Behandlung von Allergien gegen Pollen
und Hausstaubmilben noch einfacher. Die Rede ist von der sublingualen
spezifischen Immuntherapie (SLIT).
Das Prinzip: Die Substanz, auf die der Patient allergisch
reagiert (das Allergen), wird in einer Lösung aufbereitet.
Diese Lösung tropft sich der Patienten täglich unter die Zunge,
in der Regel über einen Zeitraum von drei Jahren. Dadurch
gelingt es in den meisten Fällen, die Funktion des Immunsystems
zu normalisieren. Die Körperabwehr toleriert den Allergieauslöser
wieder und löst keine Abwehrreaktion mehr aus.
Es kommt dann sehr viel weniger oder gar nicht mehr zu den
typischen Symptomen wie laufende Nase und juckende Augen.
Mit
Hilfe von Allergenlösungen, die für zwei Minuten
unter die Zunge gegeben werden, können auch kleinere
Kinder und besonders empfindliche Patienten erfolgreich behandelt
werden. Die Allergenlösung wird regelmäßig
zu Hause eingenommen. Die sublinguale Immuntherapie erfolgt
in zwei Phasen: Nach einem neuen Dosierungsschema steigert
der Patient über 10 Tage täglich bis auf 10 Tropfen
der Allergenlösung. In der anschließenden Fortsetzungsbehandlung
nimmt der Patient die erforderliche Allergendosis mit einem
Einzeldosisbehältnis (MonoDose) täglich zu sich.Mit
dieser sublingualen Immuntherapie können die wichtigsten
Allergien behandelt werden.
Allerdings hat die Therapie einen Nachteil: nicht alle Patienten
können sich die exakte Tropfenzahl in den Mund träufeln. Dieses
Problem kann durch die Einnahme der neuen Gräser-Impf-Tablette
vermieden werden, da diese Tablette immer die gleiche Menge
von standardisiertem Allergen enthält. Die Gräser-Impf-Tablette
wirkt gut und ist sehr nebenwirkungsarm. Sie kommt auch bei
allergischem Asthma zum Einsatz.
Dr. med. Jochen Kubitschek
Chefredakteur Medizin 2000
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